Drei essentielle Blog-Überlegungen

Warum manche Menschen eine falsche Vorstlelung von Blogs haben, was sie wirklich ausmacht oder eben nicht. Teil Zwei meiner #Blog-Serie.

Themenschwerpunkt Blogs

Ein Erfahrungsbericht

In meinem Bachelorstudium gab es ein Fach, in dem wir mit den „Möglichkeiten des Social Web“ in Berührung hätten kommen sollen. Durch einen zweistündigen Vortrag einer Externen (!) sollten wir uns mit Blog, Twitter und RSS-Feeds auseinandersetzen. Dabei musste sich jeder einen WordPress-Blog anlegen und sich als allererstes Mal ein Theme (also ein Designpaket) aussuchen. Ich war schon damals ein besserwisserischer, nerviger Typ, habe zwar alle Aufgaben erfüllt, aber auch einen Livebericht von dieser Schulungsbruchlandung auf meinem damaligen Blog veröffentlicht. Das Resultat: Eine einzige Person (unter 70), die vorher noch nicht gebloggt hat, hat es danach getan. Denn mit dem Theme sollte man wirklich nicht beginnen.

1. Alles, eines oder nichts?

Schreibst du über alles, eine Sache oder hast du noch keine Ahnung, worüber du schreibst?
Schreibst du über alles, eine Sache oder hast du noch keine Ahnung, worüber du schreibst?

Wenn du willst, kannst du in deinem Blog über alles schreiben. So habe ich zumindest begonnen und es hat mir geholfen, in das Leben mit Blog hineinzufinden. Auch dieser Blog hier ist in Wahrheit ein Allround-Blog: einerseits als Portfolio- und Selbstvermarktungsplattform, andererseits als Veröffentlichungsseite für FH-Projekte oder auch einfach nur meine eigene Meinung. Aber eben mit dem Fokus auf die Medienwelt.

Du bist Experte in einer Sache? Und würdest gerne darüber schreiben? Nur zu! Solche Blogs können oft erfolgreicher sein, als Allround-Blogs, denn: Wenn man „Politikblog“ auf Google sucht, spuckt es abertausende Websites und Blogs aus. Sucht man aber „Blog über die ganz frühen Anfänge des Kommunismus zur Zeit von Maria Antoinette“, wird man natürlich viel eher gefunden. Vielleicht kriegst du damit nicht mehr Leser, aber du kriegt die Leser, die du willst.

Hast du keinerlei Idee, worüber du schreiben willst, dann ist ein Blog vielleicht nicht die richtige Idee. Denn ohne Inhalt ist er auch nur die Hälfte wert. Aber denk drüber nach, es gibt sicher etwas, wo du dich gut auskennst und dein Wissen mit uns teilen willst. (Und wenn du überhaupt nur eine Website über dich machen willst, eine Portfolio-Seite, bietet sich WordPress dafür auch sehr gut an.)

2. Das Design ist wichtig

Natürlich kommst auf das Design an
Natürlich kommst auf das Design an

Die externe Vortragende hatte natürlich schon recht: Ein Theme (also ein Designpaket für einen WordPress-Blog) ist wichtig. Es muss zu einem passen, muss den Ansprüchen (Weite Bilder? Viele Videos? Eher mehr Text?) genügen und sollte noch dazu übersichtlich sein. Wenn du dir mal sicher bist, worüber du schreiben willst, kann die Suche nach einem Blogoutfit so richtig beginnen.

Weil ich es bei manchen Blogs schon gesehen habe: Ich muss euch leider enttäuschen. Die Zeiten der blinkend durch die Seite scrollenden neonfarbenenen Schriftmonster ist leider seit sicherlich 20 Jahren vorüber. Dafür kann ich euch einen anderen Tipp geben: Simple ist grad sehr in. Und weil viele Leser auf einem Tablet oder Smartphone zu dir kommen, sollte das Design auch „responsive“ sein. Das heißt, dass sich das Design an die einzelnen Bildschirmgrößen anpasst.

Nutzt man WordPress.com, gibt es eine große Anzahl an schöner Designs völlig kostenlos. Als Nutzer von WordPress.org ist die Anzahl aber noch ungefähr tausendmal größer. Aber dafür ist es auch schwerer, sich zu entscheiden. Es gibt abertausende kostenlose Themes aber auch welche, für die man bezahlen muss. Zum Einstieg empfehle ich: Kauf dir im ersten Jahr mal kein Theme, sondern probiere ein kostenloses.

3. Es geht um dich

Das macht gute Blogs aus. Nicht, dass sie eine Publikationsplattform für Expertenwissen sind, sondern dass da Menschen vorm Computer sitzen. Menschen, die viel nachdenken, die Zeit investieren, die schreiben und ihr Wissen teilen möchten. Oder auch nur Menschen, die gerne schreiben und noch lieber gelesen werden (von einer unbestimmten Masse).

Das ist die Quintessenz: Sei fühlbar für die Leser, sei auch erreichbar, antworte auf Kommentare, oder stelle Fragen in den Beiträgen. Schau auch auf den Blogs der Kommentierenden vorbei, lies und hinterlasse eventuell auch einen Kommentar. Sei präsent, aber verstell dich vor allem nicht. Das fällt irgendwann auf und dir schließlich auf den Kopf.

In der nächsten Ausgabe der #blogs-Serie erkläre ich, wie man ganz einfach einen Blog anlegt. (Same place – next week)

 

Dominik Leitner
Dreißigjähriger Autor, Journalist und Blogger - aufgewachsen in Oberösterreich, lebt nun in Wien. – Literarisches: Neon|Wilderness • Positives (2017): 365 gute Dinge • Kreativitätsförderung: projekttxt.net – Du willst mir einen Kaffee spendieren? https://paypal.me/dmnkltnr

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