Das ist nicht normal.

In den vergangenen Monaten war ich regelmäßig überrascht, schockiert und vor allem fühlte ich mich sehr, sehr hilflos. Es kam mir so vor, als würde sich in unsere Gesellschaft das Gefühl einer gewissen Normalität für etwas entfalten, dass alles andere als normal ist. 

Gleich vorweg: In diesem Beitrag beschäftige ich mich nicht mit der Politik, welche die österreichische Regierung betreibt. Menschen, die mir auf Twitter folgen oder sich auch mal im echten Leben mit mir unterhalten, wissen sehr genau, dass ich kein Fan ihrer Arbeit bin. Aber in diesem Text geht es nicht um ihre Politik, sondern um die Art, wie aktuell in Österreich Politik betrieben wird. 

Es war der ehemalige US-Präsident Barack Obama, der mich nach einigen Tagen Überlegung zum Schreiben dieses Textes gebracht hat. Das folgende Zitat konnte ich 1:1 auf Österreich umlegen und dieses „This is not normal“ schwirrte mir auf Deutsch schon seit Tagen im Kopf herum:

This is not normal. These are extraordinary times. And they’re dangerous times.

Barack Obama in einer Rede an der University of Illinois, 7. September 2018

Das neue Unnormal

Der vermeintliche Terrorsympathisant

Es ist nicht normal, dass der geschäftsführende Klubobmann der Regierungspartei FPÖ einen unschuldigen Menschen als Terrorsympathisanten diffamiert. Es ist nicht normal, dass viele Medien und allen voran die Kronen Zeitung auf diesen Zug aufspringt und tagelang darüber berichtet. Und das alles aus einem Grund: Der Bundespräsident und ein grüner Landesrat haben, medial begleitet, einen „Vorzeige-Asylwerber-Lehrling“ präsentiert, um damit aufzuzeigen, dass das Verbot für junge Asylwerber eine Lehre anzufangen, der falsche Weg ist. Weil Politiker hier das Ansinnen der Regierung offen kritisierten, sah sich die FPÖ verpflichtet, eine Diffamierungskampagne zu starten, zu der sich dann auch noch der EU-Abgeordnete der FPÖ, Herr Vilimsky dazugesellt hatte. Die Tatsache ist: An den Vorwürfen ist nichts dran. In der Presseaussendung der FPÖ liest man jetzt zwar ein Bedauern, aber kein einziges Wort der Entschuldigung. Die Kronen Zeitung räumt ihren Fehler zwar ein, aber während die falschen Berichte halbe Seiten oder mehr bekamen, wird die Korrektur in einer kleinen Spalte abgedruckt.

Fake News

Hier geht es nicht darum, dass immer mehr aggressiv-furchtbare Medien á la Alles roger, Wochenblick oder info-direkt entstehen oder von Ministerien mit Inseraten belohnt werden. Sondern darum, dass Poltikerinnen und Politiker der Regierungsparteien richtigen Journalismus als „Fake News“ bezeichnen. 

Das erste Mal von einem führenden Politiker gehört habe ich es 2017, als die Wiener Stadtzeitung Falter über die Privat-Stiftung des ehemaligen niederösterreichischen Landeshauptmanns geschrieben hat. Der damalige Innenminister, zuvor langjährige Landesrat in Niederösterreich und nunmehr der zweithöchste Mann des Staates (als Nationalratspräsident) kommentierte diese faktisch perfekte Recherche als: „Es ist nichts anderes als Fake News vom Falter“ (Zitat aus kurier.at)

Frau Hartinger-Klein (FPÖ), österreichische Sozialministerin, sorgte für Aufsehen, als sie davon sprach, dass man von 150 Euro im Monat ja auch gut leben könne. Das sorgte natürlich für Aufsehen – wobei Medien den Fehler machten, es auszuprobieren, anstatt eine solche Aussage ganz grundsätzlich als das abzutun, was es ist. Fünfzehn Tage später spricht sie in einem Krone-Interview wieder und betont, missverstanden worden zu sein. Sie erklärt, sie habe über Asylwerber gesprochen – ein Thema, das aber in dem (aufgezeichneten Video-Interview im Studio des Brachialsenders oe24.tv) kurz davor und danach überraschenderweise nicht vorkam. Die Medien, die sie für die 150-Euro-Aussage kritisierten nannte sie „Fake-News-Schleudern“ und zitierte dabei das rechte Blattl Wochenblick (Quelle: kleinezeitung.at).

Oder der Vizekanzler, Heinz-Christian Strache (FPÖ), der auf seiner Facebook-Seite ein Bild des ZIB-Anchorman Armin Wolf postet, in dem er ihn bezichtigt, Fake News zu verbreiten (Quelle: kurier.at). Dafür musste er sich entschuldigen. Oder als er, rund um die Diskussion über den 12-Stunden-Tag, Medien unterstellte, Fake News zu betreiben (Quelle: kurier.at)

Es geht nicht darum, dass jeder Politiker und jede Politikerin die Berichterstattung über ihn oder sie lieben muss. Man kann sich darüber aufregen, wenn man zu hart oder zu unrecht angegriffen wird – aber ihnen Fake News vorzuwerfen, weil man den Inhalt der Berichterstattung nicht mag, erzeugt nur eines: Eine Schwächung der Medien durch die Politik. Wie auch Trump will man JournalistInnen und Medien so in Misskredit bringen, um die „eigene Wahrheit“ auftischen zu können und den wählenden Menschen zu erklären, dass man der oder die Einzige ist, der/die wirklich sagt wie es ist.

Jetzt erzählen wir…

Es ist nicht normal, dass das österreichische Innenministerium einen Mitarbeiter eine „Reportage“ schreiben lässt über eine „schöne“ Abschiebung. Doch genau das passierte im Februar 2018.

Es ist nicht normal, dass die Regierung beschließt, „Arbeitszeitflexibilisierung“ durchzusetzen, und dafür eine umfangreiche Werbekampagne der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung bekommt – unglaublich zeitnah und glücklicherweise auch absolut misslungen. (Quelle: profil.at)

Es ist nicht normal, dass sich Mitarbeiter des Innenministeriums sich im Medienraum rund um einen Untersuchungsausschuss im Parlament unter die JournalistInnen mischen und erst auf Nachfrage zu erkennen geben, wer sie sind, wie der Standard-Journalist Fabian Schmid beschreibt.

Das darf nie normal werden!

All das ist nur ein kleiner Auszug aus Beobachtungen, die ich in den vergangenen Monaten und Wochen beim Konsum zahlreicher Medien gemacht habe. Es gibt noch viel mehr worüber ich schreiben müsste, aber ich möchte mich verhältnismäßig kurz halten und nun zum Abschluss kommen. 

Mir kommt vor, als würden Politiker in Österreich (aber auch in Deutschland und anderswo) das Geheimrezept des US-Präsidenten Donald Trump zu kopieren versuchen. Und das gelingt ihnen in Österreich nur zu gut: Medien diskreditieren, Menschen in Verruf bringen und versuchen, „die eigene Wahrheit“ zu erzählen und so oft zu wiederholen, bis zumindest ein Bruchteil irgendwo hängen bleibt. Oder auch das Werfen von thematischen Nebelgranaten, um von eigentlichen Skandalen abzulenken. Natürlich kann jeder Politiker und jede Politikerin so agieren – es ist nicht verboten. Aber wir als Wahlvolk sollte eine Sache bedenken:

Das ist nicht normal.
Und das darf auch nicht das neue Normal werden. 

Da hängt zu viel dran. Geschwächte Medien können dann noch schlechter als sie es jetzt schon machen, die Mächtigen beobachten. Vorverurteilte Menschen werden einer Hetzjagd ausgesetzt, bis irgendwann die Richtigstellung etwas zu spät kommt. Und in allem arbeitet diese Politiker (alle Rechtspopulisten) mit der Angst. Es gelingt Parteien oftmals einmal das Angstgefühl in den WählerInnen zu entfachen – aber sobald eine Wahl gewonnen ist, muss alles gemacht werden, um diese Angst niemals abflachen zu lassen.

Denn weniger Angst bedeutet weniger Wählerstimmen. Genau das will die österreichische Bundesregierung verhindern. (Und es bleibt zu befürchten, dass die Oppositionsparteien ebenfalls mit dem Wahlmotiv Angst spielen werden, damit die Wählerstimmen wieder zurückkommen.)

Journalismus und Neue Medien – Aufnahmetest 2018

Ich habe 2018 den Aufnahmetest zum Masterstudiengang Journalismus und Neue Medien der FHWien der WKW bestanden. Für mich war eine der wichtigsten Informationsquellen bezüglich des Tests dieser Blog und während des Tests fiel mir auf, dass viele andere auch immer wieder auf Fragen antworteten, sie hätten dies und jenes bei ‚Dominik’ gelesen. Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrung und die Aufgabenstellungen des Jahres 2018 posten, um zukünftigen Bewerberinnen und Bewerbern noch mehr Infos zu geben. Vor allem auf das Assessment Center möchte ich genauer eingehen, da sich darunter die wenigsten etwas vorstellen konnten.

Die Vorbereitung

Nach einem halben Jahr des Überlegens habe ich im Jänner beschlossen, mich zu bewerben. Die nötigen Dokumente zusammenzusuchen und einzuschicken sollte soweit kein Problem darstellen. Ich war zusätzlich bei einem Info-Abend, der durchaus Lust auf das Studium machte, Fragen zum Test allerdings nicht wirklich zufriedenstellend beantwortete. Genauere Infos bekam ich bei Gesprächen mit Studierenden am Tag der offenen Tür. Wie so ein Assessment Center abläuft, welche Fragen dort gestellt werden und derlei, erfuhr ich aber auch dort nur oberflächlich. Deshalb setzte ich mich nach dem Test hin und notierte alles bis ins Detail, um es hier weiterzugeben.

Die erste Runde: der EDV-Test

Es gilt, Multiple-Choice-Fragen zu den Thema Journalismus und BWL zu beantworten.

Aufgebaut sind die Fragen folgendermaßen:

Es gibt eine Frage oder eine Aussage und darunter jeweils drei Behauptungen oder Antworten. Jede der drei Optionen ist mit falsch oder richtig zu beantworten. Ist eine der Antworten falsch, gilt die Frage als falsch beantwortet.

Als jemand, der BWL bisher für die Kompetenz hielt, Pullover locker über die Schulter zu schmeißen, um sie nicht zu zerknittern und Papas Porsche auszuborgen, habe ich mich ziemlich vor dem EDV-Test gefürchtet und ab Jänner Kreuzers BWL Kompakt zu lesen begonnen. Es ist eines der beiden Bücher (Jeweils knapp 500 Seiten), die für den Test empfohlen werden. Wohlgemerkt: zu lesen! Lernen hätte eine deutlich intensivere Beschäftigung mit der Materie verlangt. Das Buch ist fantastisch, erklärt die wichtigsten Themen auf jeweils vier Seiten und hat tatsächlich mein Interesse für BWL geweckt. Beim Test habe ich bei den Fragen die meisten Dinge erkannt, wusste aber oft nicht mehr, was die richtigen Antworten waren.

Die fachspezifischen Fragen zum Journalismus waren deutlich angenehmer, aber auch nicht immer einfach. „Was ist Addendum?“, „Was versteht man unter netflixen?“, „Was ist WordPress?“, „Wer ist ‚Name eines Pressevertreters’?“

Es gab zwei Testtermine. Auswählen musste man Datum und Uhrzeit über das Online-Portal der FHWien. Für mich günstig waren die verschiedenen Zeit-Slots, weil ich so eine Uhrzeit wählen konnte, die nicht mit meiner Arbeitszeit kollidierte. Es gilt bei der Wahl „first come, first serve“. Mein Testtermin war im April. Die Antwort gab es erst im Juni, da natürlich auch die Bewerberinnen und Bewerber des zweiten Tests im Mai abgewartet werden mussten.

Die zweite Runde: Video, Kommentar und Assessment Center

Jeder einzelne Teil dieser zweiten Runde wird unabhängig bewertet! Das heißt, wenn ein Teil nicht so gut ist, wirkt es sich nicht negativ auf die anderen Teile der Prüfung aus!

Video:

Anfang Juni kam das Mail: Ich bin in der zweiten Runde. In der Mail stand, dass ich bis übermorgen Zeit hätte, das Video hochzuladen. Das war gewiss eine Überraschung! Ich wusste zwar vom Bewerbungsvideo, allerdings nicht, bis wann das hochzuladen sei. Mein Konzept hatte ich schon in den Wochen zuvor entwickelt, gedreht hatte ich aber noch nichts und wirklich vorbereitet war ich auch nicht.

Ich hatte zwei halbe Tage, da ich von acht bis vierzehn Uhr arbeiten musste. Einen Tag wollte ich nutzen, um die nötige Software für meinen Plan aufzutreiben (Freeware!) und meinen Text zu schreiben. Am zweiten Tag musste alles in den Kasten. Es hat sich herausgestellt, dass das vorinstallierte iMovie für meine Zwecke völlig ausreichend war. Gefilmt habe ich übrigens mit der Webcam und nach etwa 20 Takes war ich mit meinem Ergebnis halbwegs zufrieden. Aus Mangel an anderen weißen Wänden, zog ich meinen Esstisch ans Bett, stapelte vier, fünf Romane darauf und balancierte auf jenen den Laptop mit der Kamera. Ein Feedback zum Video zu bekommen, ist von Seiten der FH leider nicht möglich. (Wir haben nachgefragt!)

Kommentar:

Da ich wusste, dass der Kommentar zu einem tagesaktuellen Thema sein sollte, hatte ich bereits seit Jänner wirklich täglich online Standard, Presse und New York Times besucht, um einen Überblick zu bekommen. Die drei Themen zur Auswahl waren dann allgemeiner, als vermutet.

Die Aufgabenstellung: Verfassen Sie einen kommentierten Text, wie er in einer Tageszeitung erscheinen könnte, zu einem der folgenden drei Themen:

a) Terror – die Täter waren amtsbekannt – und nichts wurde verhindert

b) Royals als Popstars – das Geschäft mit der Märchensehnsucht

c) Öffentlich rechtliche Medien sind Populisten ein Dorn im Auge

Man sollte einen wesentlichen Aspekt bzw. ein signifikantes Beispiel bringen und dem Text eine geeignete Überschrift geben. Die Aufgabenstellung (a, b, c) ist NICHT als Überschrift des Textes zu verstehen.

Weitere Vorgaben: 2500 Zeichen inkl. Leerzeichen und Überschrift +/- 250 Zeichen , 90 Minuten Zeit.

Die Prüfungsaufsicht gestattete uns übrigens, das Internet zu Recherchezwecken zu verwenden. Wir konnten sowohl Google Chrome am Computer vor Ort als auch unsere Handys verwenden. Ob das immer so ist, weiß ich nicht, wir durften es.

Zwischendurch fielen alle Computer aus, unsere Texte wurden teilweise gelöscht und wir mussten nach einer kurzen Pause von neuem beginnen. Wir bekamen neue 90 Minuten. Ich war darüber sehr dankbar, da ich meine zweite Version sehr viel besser

fand. Diejenigen, die nach dem Kommentar direkt ins Assessment Center mussten, dürften aber wohl ein bisschen Stress bekommen haben.

Übrigens haben alle, mit denen ich gesprochen habe, Thema C gewählt.

Das Assessment Center:

Zu Beginn des Tages wurden wir alphabetisch in 5er Gruppen eingeteilt. Ich verstand mich mit meiner Gruppe sehr gut und so gingen wir nach einer Pause von mehreren Stunden zum Assessment Center. Wir betraten den Raum und blickten in drei Augenpaare. Journalistinnen und Journalisten, die auch an der FH tätig sind. Wir setzten uns auf die uns zugewiesenen Plätze und sollten uns zunächst der Reihe nach vorstellen. Nach unserer Vorstellungsrunde bekamen wir Fragen gestellt, die sich von unserer bisherigen Erzählung ableiteten.

Fragen, die meiner Gruppe und mir gestellt wurden:

  • Welche Medien konsumieren Sie täglich?
  • Für welche Ressorts interessieren Sie sich am meisten?
  • Haben Sie einen Journalisten als Vorbild?
  • Fällt Ihnen ein Artikel von ihr oder ihm ein, der Ihnen besonders gefallen hat?
  • Gibt es Medien, für die Sie nicht arbeiten wollen?
  • Würden Sie einen Job bei der „Name einer Boulevard-Zeitung“ ablehnen?
  • Gibt es Medien, die Sie verweigern?
  • Was erwarten Sie vom Studium?
  • Wie sind Sie auf das Studium aufmerksam geworden?

Ich hatte beispielsweise in meiner Vorstellung erzählt, dass ich seit mehreren Jahren online im Film- und Spielebereich tätig bin und bekam Fragen wie „Kennen Sie jemanden in der österreichischen Indie-Entwickler-Szene?“, „Kennen Sie News-Games“? (Nein, kannte ich nicht.)

Nach diesem Block war ich etwas enttäuscht, da ich das Gefühl hatte, sehr schlechte Antworten gegeben zu haben. Später fällt einem immer ein, wie man besser antworten hätte können. Ich hatte auch den Eindruck, dass die anderen meines Teams das deutlich souveräner gemacht haben. Als Tipp: Die eigene Vorstellung kann man sicher vorab ausarbeiten und üben!

Dann war es Zeit für zwei Rollenspiele:

Rollenspiel 1: Sie haben 10 Minuten Zeit: Planen Sie im Team einen 15-minütigen Beitrag für ein Fernsehformat. Finden Sie gemeinsam ein Thema. Wir alle sollten einen Kurzbeitrag von etwa 2 Minuten Laufzeit konzipieren.

Danach bekamen wir Fragen zu unserem Konzept gestellt. Ich wurde beispielsweise aufgefordert, kurz unser Konzept und das Thema vorzustellen.

Rollenspiel 2: Ethik-Problem: Wir sind die Standard-Redaktion. Wir bekommen von einer anonymen Quelle ein Foto eines berühmten Politikers, das diesen bei einer sittenwidrigen Tätigkeit zeigt. Wir mussten diskutieren, ob wir es veröffentlichen, was wir sonst damit machen, wie wir Authentizität des Fotos beweisen oder überprüfen etc.

Wir beschlossen, das Foto nicht zu veröffentlichen, einigten uns aber darauf, bei dem Politiker nachzufragen, um bei einer möglichen Veröffentlichung in anderen Medien, ein Statement veröffentlichen zu können.

Fragen die uns danach gestellt wurden: „Zu welchem Fazit sind Sie gekommen?“

„Wie überprüfen Sie die Echtheit des Fotos?“

Bei beiden Rollenspielen haben wir alle einfach munter in der Gruppe gesprochen und diskutiert und das dürfte gut gepasst haben. Die beiden Rollenspiele haben mir richtig Spaß gemacht.

Abschließend gab es eine Frage- und Feedback-Runde und wir wurden um eine Selbsteinschätzung gebeten, bei der ich ehrlich geantwortet habe, dass ich meine Antworten zu Beginn nicht sonderlich gut fand.

Von meiner Gruppe (fünf Leute) schafften auf jeden Fall drei die Prüfung, von den anderen beiden habe ich keine Kontaktdaten.

Insgesamt erreichten etwa 80-100 Bewerberinnen und Bewerber die zweite Testphase – bei einem Studienplatzangebot von knapp 40. Gerüchteweise treten jährlich 4-500 Bewerberinnen und Bewerber zum Test an.


Zum Autor

Johannes Mayrhofer, 1987 geboren und dann aufgewachsen in Salzburg und Umgebung, versuchte sich an Unis in Graz und Wien an mannigfaltigen Disziplinen wie Geschichte und Japanologie bevor er in deutscher Philologie abschloss. Er möchte wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält, er schreibt gern und studiert zudem ab WS2018 Journalismus und neue Medien.

Sie müssen mich verstehen … ich hör Sie schlecht!

Im August 2017 wurde mir zum ersten Mal gesagt, dass es sich bei meinem Problem nicht um ein einseitig chronisch stark verschlagenes Ohr aufgrund einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung handelt, sondern um einen Tieftonhörsturz im linken Ohr. War die erste Diagnose eine Mischung aus Google, Gefühl und Hausarzt, bekam ich die zweite bei einer Fachärztin, spezialisiert auf den Bereich von Hals, Nase und Ohren.

Heute, im Februar 2018, gehe ich immer noch regelmäßig zur Ärztin oder auch in die HNO-Ambulanz in ein Krankenhaus. Manchmal wird es besser, manchmal schlechter – aber ich gebe natürlich die Hoffnung erst auf, wenn nichts mehr geht. Wenn sich nichts mehr verändert und ich den Zustand schließlich so hinnehmen muss. Aber bis dahin will ich nichts unversucht lassen – und hiermit auch offiziell predigen: Wenn dir etwas fehlt, wenn irgendeine Funktion in deinem Körper nicht normal ihren Dienst ableistet, schau zu einem Facharzt bzw. einer Fachärztin. So bald wie möglich.

Wie alles begann

Das erste Mal hatte ich diese „verschlagenen Ohren“, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, irgendwann im Herbst 2008. Das kann ich deshalb so gut einschränken, weil ich damals zum Hausarzt ging, Antibiotika, Schleimlöser, Nasenspray usw. verschrieben bekam und all das dann in einer meiner ersten Wochen in Wien zu mir nahm. Es ging wieder weg, vielleicht waren es auch wirklich nur verschlagene Ohren, wer weiß das schon. 2011, in St. Pölten, hatte ich dann Angst, vor meinem Flug nach Stockholm, dass dieses Druckgefühl im Ohr beim Fliegen Probleme bereiten könnte – ich bekam vom dortigen HNO-Arzt das Medikament „Clarinase“ und einen Termin für einen Allergietest (mit dem Ergebnis: Hausstaubmilben!). Den Flug überstand ich, das Gefühl der verschlagenen Ohren ging auch weg. Aber all die Jahre über kam es immer wieder.

Das, jetzt, das begann ungefähr Ende 2016, Anfang 2017. Ich dachte noch: Typisch – in der Winterzeit. Vor meiner Masterprüfung ging ich dann noch zum Hausarzt, bekam zwei Wochen lang Antibiotika (sehr witzig dazu: das eine Antibiotika half überhaupt nicht gegen den Hörsturz, dafür beseitigte er einen Hautausschlag am Hinterkopf, der die letzten fünfzehn Jahre immer wieder auftrat und an der selbst eine Hautärztin scheiterte, er ist seither verschwunden; das zweite Antibiotika brachte eine leichte Verbesserung beim Hören), aber es ging nie weg. Und nachdem ich in regelmäßigen Telefonaten mit meiner Mama stets über meine kaputte Akustik jammerte, hab ich schließlich 1. eine HNO-Ärztin in meiner direkten Nähe gefunden bei der man 2. sogar zeitnah Online-Termine ausmachen konnte.

Seither nehme ich in nicht normalem Ausmaß Kortisontabletten, Kortisonnasensprays oder Kortisonnasentropfen, testweise auch mal Tabletten gegen Morbus Menière (weil ich es – selten aber doch – auch mit sehr starkem Schwindel zu tun hatte), normalen Schwindel-/Reisekrankheittabletten, zwischendurch auch mal wieder Antibiotika und klassischen Nasen- und Meersalznasensprays zu mir. Ich weiß seit November: Ich passe auch in ein MRT. Und könnte man bei Hörtests irgendetwas auswendig lernen, ich hätte das bereits längst geschafft. Das Ergebnis: Es geht immer wieder bergauf und auch bergab. Es ist und bleibt spannend.

Ganz, ganz kurze Info: Hörstürze entstehen durch laute Musik oder Stress. Und ich höre nie laute Musik.

Reden ja, zuhören nein!

Ein Tieftonhörsturz ist wie ein Hörsturz, nur ist er nicht so krass, dass man ihn gleich für einen Hörsturz halten muss. Ich habe normale, vor allem hellere weibliche und männliche Stimmen weiterhin gut verstanden, Probleme hatte und habe ich hingegen in Räumen mit vielen Menschen, in Runden mit vielen Männern mit tiefen Stimmen und überhaupt in Momenten, wo ich mich ganz genau auf eine Stimme fokussieren muss, während andere Eindrücke auf mich einprasseln. Nachfragen wie „Wie bitte?“, „Sorry?“, „Was?“ oder das oberösterreichische „Ha?!“ haben Einzug gehalten in meinen alltäglichen Sprachgebrauch und nerven wahrscheinlich schon alle meine Mitmenschen. Freunde und Menschen, die ich öfter treffe, wissen meist schon davon und leben damit. Aber ich will halt auch nicht jedem gleich auf die Nase binden: „Hey! Hallo! Ich bin Dominik und ich hör am linken Ohr verdaaaammmt schlecht, also bitte direkt ins rechte reinreden und sorry, falls ich tausendmal nachfrage!“ (Klar, in Zukunft könnte ich einfach diesen Blogbeitrag ausgedruckt vorab an die Bar legen.)

Aber ja, falls ihr euch das fragt: Es ist verdammt schwer, richtig gut zu kommunizieren. In größeren Gruppen und lauteren Runden kann es schon mal sein, dass ich die eine sprechende Person nicht verstehe und mich an den Menschen um mich herum orientiere, ob es jetzt Zeit ist, zu nicken, ernst zu schauen oder zu lachen. Es ist natürlich nicht die feine englische Art und wahrscheinlich habe ich dadurch auch schon hunderte Angebote gar nicht mitbekommen, aber so läuft das bei mir grad nun.

Nachdem ich mir 2018 vorgenommen habe, mal wieder ein bisschen mehr outgoing zu werden, bremst mich halt mein aktueller Gehörzustand etwas ein. Aber das Jahr ist noch jung

33 Prozent

Als ich im August erstmals das Wort „Tieftonhörsturz“ gehört hab, habe ich es nicht gleich begriffen. Ganz ehrlich … es brauchte noch bis Ende September, bis ich das erste Mal gecheckt hab, dass das offenbar nicht so leicht weggeht. Nach mehrmaligen Besuchen bei meiner HNO-Ärztin und einem MRT-Check, um ein Akustikneurinom (so ein gutartiger Tumor im Kleinhirn oder so) auszuschließen, schockte mich schließlich einer der Ärzte in der HNO-Ambulanz. Er war der erste und wohl auch der ehrlichste, der mir die Chancen erklärt hat: In 33 % der Fällen wird es wieder besser, in 33 % der Fällen bleibt es gleich und in 33 % der Fällen wird es schlechter und kann bis zur Vertäubung führen. Und ganz ehrlich: Davor habe ich richtig Schiss. Das ist auch der Grund, warum ich alles nur erdenklich Mögliche der Schulmedizin ausnutzen möchte. Ich habe Kortison nun bereits intravenös und mehrfach mit einer Spritze durchs Trommelfell durch ins Mittelohr bekommen (hört sich schlimm an, aber es ist relativ unspektakulär). Aktuell steht auch ein kurzer stationärer Eingriff im Raum, bei dem man das Trommelfell wegklappt und direkt an der Außenhülle des Innenohrs arbeitet. Ein weiteres, genaueres MRT ist in den kommenden Wochen geplant. Alles für das Gehör!

Dann gibt es da noch Menschen aus meinem Umkreis, die mir auch mal zu Alternativmedizin raten. Da ich ewig schon mit Verspannungen im Nackenbereich zu tun hatte, bin ich deshalb auch mal zu einem Chiropraktiker gefahren, der mir starke Schmerzen zugefügt hat, aber nach drei Tagen schließlich auch etwas Entspannung in diesem Körperbereich. Nun reden mir meine Schwester und meine Mama den Besuch einer Kinesiologin ein – und ganz ehrlich: Was habe ich zu verlieren außer unnötig viel Geld?

Nachdem ich auf Twitter mal herumgefragt habe, habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich nicht allein bin. Deshalb funktionieren Selbsthilfegruppen offenbar so gut! Diese Menschen haben mir fast durchgehend erklärt, dass oftmals die Kortisontherapie nicht ruckizucki Ergebnis lieferte, sondern erst eine Veränderung des Lebens eine Verbesserung herbeiführte. Da habe ich dann bemerkt: Medikamente allein reichen nicht. Sie sind gut, aber ich muss da mehr anpacken.

Welcher Stress?

Stress erzeugt Hörstürze. Unsensibel wie meine Mama manchmal sein kann, meinte sie nur „Naja, wo hast du denn so einen Stress? Da müssten ja alle anderen Menschen auch Hörstürze haben“. Heute hat sie ihre Aussage natürlich längst revidiert, aber ja, ich bin nicht so einer, der von einem Termin zum anderen huschen muss, immer auf Achse ist und rein von der sichtbaren Arbeitsbelastung an einem Burnout vorbeischrammt. Aber wie ich die letzten Wochen gemerkt habe: Mein Stress ist zu einem sehr, sehr großen Teil unnötig und läuft in meinem Kopf ab. Da braut sich etwas zusammen, belegt stundenlang während eines Bürotages meine Gedankengänge, erzeugt in mir Verspannungen und all das, dabei müsste ich nur einfach etwas öfter „Nein“ sagen. Das ist ja etwas, das ich überhaupt nicht kann – aber es nun schließlich lernen muss. Dass es für meinen eigenen Stresshaushalt jetzt mal wichtiger ist, ruhiger zu treten. Echt nur das zu machen – neben meinem Job, der mir wirklich Spaß macht – was mir leicht von der Hand geht.

Und während ich also nach und nach Gewohnheiten ändere, auch mal Nein sage und vielleicht Menschen damit vor den Kopf stoße und versuche meinen inneren Stress damit deutlich abzubauen, denk ich mir: Hey, Dominik! Du hast jetzt die Chance ein neuer Mensch zu werden. Und ja, Leute, auch das setzt mich unter Druck – weil eigentlich würd ich nur gern wieder gut hören.

Jetzt mache ich mich mal fertig und geh wieder einmal in eine Bar mit einer viel zu großen Runde an Menschen, versuche möglichst vieles zu verstehen (und nicht wie so oft, die schrillen Menschen auf den Nebentischen besser zu verstehen!) und am Leben teilzuhaben. Weil es einfach gut ist, mal Menschen schlecht zu hören, als immer nur den Tinnitus zu gut. Aber ja, ich wollte darüber schon einige Zeit länger schreiben. Weil es mich seit Monaten beschäftigt, mein Leben beeinträchtigt und man auch darüber mal reden sollte. Nämlich sehr laut und am besten ins rechte Ohr rein.

Das Beitragsbild ist übrigens ein Schnappschuss von meinen MRT-Aufnahmen.

1 Jahr 365guteDinge

Es ist vollbracht. Am 1. Jänner 2017 startete ich voller Vorfreude und Motivation das Projekt 365 gute Dinge mit meinem ersten Beitrag. Heute, 364 Beiträge später, ist nun das Ende gekommen. Zeit, um alles Revue passieren zu lassen.

Volle Transparenz: Die nackten Zahlen

Die Website erzielte im Jahr 2017 rund 46.000 Aufrufe (und rund 22.500 Besucher/Unique Visits). Die 365 Beiträge wurden mit 459 WordPress-Gefällt-mir belohnt und mit 71 Kommentaren versehen.

Der erfolgreichste Tag war der 2. Jänner: nach einem Bericht auf W&V zählte mein Statistiktool 2.585 Aufrufe. Der Jänner ist mit 11.281 Aufrufen auch der besucherreichste Monate. Über das ganze Jahr gesehen kam es pro Tag durchschnittlich zu 125 Aufrufen – mal mehr, mal weniger.

  • WordPress: 62 FollowerInnen
  • E-Mail: 116 AbonnentInnen
  • Facebook: 2.093 Gefällt mir
  • Twitter: 427 FollowerInnen
  • Bloglovin: 11 FollowerInnen
  • WhatsApp:
  • Telegram: 10 Mitglieder
  • Paypal: 90 Euro für Kaffee von 4 verschiedenen Menschen erhalten

Die 5 erfolgreichsten Beiträge:

365guteDinge weltweit

Diese Karte (Stand 26. Dezember) zeigt an, wie viele BesucherInnen aus welchen Ländern von der WordPress-Statistik erfasst wurden. Die meisten BesucherInnen kamen dabei aus Deutschland, gefolgt von Österreich und den Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn ich mich nicht verzählt habe, hatte ich Besucherinnen aus 96 verschiedenen Ländern – die magische 100 hätte ich wahrscheinlich durchstoßen, wenn WordPress nicht manche BesucherInnen in der „Europäische Union“ verortet hätte.

Der glorreiche Anfang

Es war ja so: Zwischen Weihnachten und Silvester 2016 hatte ich die Idee zu diesem Projekt. Ruckizucki wurde alles umgesetzt und jedes Mal, wenn jemand meinte, dass ich das nicht durchhalten könne, wurde ich noch mehr angespornt. Und doch behielt ich mir zumindest am Anfang immer noch vor, das Projekt bei Misserfolg abzubrechen. Doch dann kam der zweite Tag des Projekts, der 2. Jänner: W&V hat über 365guteDinge geschrieben und es als „Kreation des Tages“ bezeichnet. Die Folge war: über 1.500 (vor allem deutsche) Fans auf Facebook und für mich die Gewissheit, dass ich das nun einfach durchziehen müsse.

Das ganze Jahre habe ich Nachrichten und Mails erhalten, die sich bei mir bedankten, weil ihnen mein Blog das ganze Jahr über gezeigt hat, dass ja doch auch immer positive Entwicklungen zu sehen sind. Ich habe mich über jeden einzelnen gefreut – dankeschön dafür! Robert Lender war mir eine sehr, sehr große Hilfe: Er hat sich für mich regelmäßig auf die Suche nach guten Dingen gemacht – damit hat er oft jene Tage gerettet, als ich einfach nichts finden konnte. Dankeschön auch an alle anderen, die mir immer wieder einzelne gute Dinge lieferten!

Das Medieninteresse

Habe ich mir ein größeres Medieninteresse erwartet? Ganz ehrlich? Ja, doch, schon. Am meisten überrascht hat mich das rasche Interesse von W&V und auch der Webtipp im Teletext (!), das in Wahrheit das absolute Highlight war. Und jetzt, kurz vor dem Abschluss, wurde ich übrigens erneut von einer Redakteurin von W&V angeschrieben – auf LinkedIn, einem sozialen Medium, in das ich mich nicht täglich einlogge. Wenn alles gut geht, kommt da aber noch ein kleiner Nachbericht zum Projekt.

Die Fortsetzung?

365guteDinge hat mich das ganze Jahr über gestresst. Denn für mich allein war es schließlich doch eine sehr große Aufgabe. Vor allem, weil es ja nicht das einzige Projekt ist, und dazwischen richtig viel Arbeit gerufen hat. Deshalb habe ich mich wohl schon im Sommer dazu entschlossen, das Projekt wie geplant mit 31. Dezember 2017 abzuschließen. Es sind ja 365 gute Dinge und nicht 730 oder mehr. Es würde eventuell mit einem Team gehen – aber das ist schließlich, bei einem solchen Projekt ohne Gewinnabsicht, etwas schwierig. Ich mag es, dass ich 2017 ein in sich abgeschlossenes Projekt gemacht habe, dass nun (dank WordPress.com) noch Jahre und hoffentlich Jahrzehnte im Internet bleiben wird – und damit zukünftigen Generationen zeigen kann, dass 2017 ja doch irgendwie ganz gut war.

Das Thema „Konstruktiver Journalismus“ und „gute Dinge“ werde ich aber weiter verfolgen. In meinem Kopf schwirren z.B. Ideen für einen Gute-Dinge-Podcast … aber da ist noch nichts spruchreif – und nichts, dem ich mich schon jetzt (mit übertriebener Regelmäßigkeit der Veröffentlichungen) verschreiben möchte. 2018 soll eindeutig ruhiger werden. Mit vielen kleinen Projekten und keinen derartig großen.

Aber, und das könnte man vielleicht anders vermuten nach den letzten beiden Absätzen: Es hat Spaß gemacht. Richtig viel Spaß. Und nachdem 2017 in vielen Bereichen echt nicht so gut verlaufen ist, bin ich froh, mich täglich mit guten Dingen beschäftigen musste und konnte.

Das war 2017.

Ich bin ein naiver Optimist™ – deswegen lege ich am Jahresende alle Hoffnungen auf den vermeintlichen Neuanfang, der am 1. Jänner 2018 auf mich wartet. Aber heute blicke ich gerne noch einmal zurück, weil das Drübernachdenken mir schon oft wieder Dinge in Erinnerung gerufen hat, die ich bereits in meinem Gehirn irgendwo abgelegt hatte.

Ich sag es immer so: 2017 war durchwachsen. Aber durchwachsen ist ja auch nicht so schlecht wie „scheiße“. Deshalb kann ich auf einige große Erfolge zurückblicken.

Was gut lief

  • Mein Projekt 365 gute Dinge habe ich mit dem heutigen Tag erfolgreich abgeschlossen.
  • Im Jänner habe ich in Windeseile meine Masterarbeit geschrieben, die dann auch positiv bewertet wurde.
  • Im März habe ich die Masterprüfung zwar nicht geschafft, aber ich seh es positiv, da ich den Lernstoff dankenswerterweise noch einmal (bzw. überhaupt einmal) lernen durfte.
  • Im April gelangte 365 gute Dinge auf die Shortlist für den „Alternativen Medienpreis“
  • Im Juli habe ich schließlich die Masterprüfung bestanden und somit meine „Karriere“ an Hochschulen abgeschlossen.
  • Im Oktober gelangte mein Romanmanuskript „Volle Distanz. Näher zu dir“ auf die Shortlist des Goldegg Book Slams
  • An meinem Geburtstag, im Oktober sowie am 15. Dezember habe ich aus meinen Werken gelesen – es war jedes Mal ein wunderbares Gefühl und ein großer Erfolg.
  • Seit Oktober 2017 habe ich eine Festanstellung bei ovos – und zugleich auch noch Zeit für meine Projekte nebenbei (was mir sehr wichtig war)
  • Ich habe zwar dieses Jahr einige Kilos zugenommen, aber seit Mitte November nehme ich wieder sehr erfolgreich ab.

Was nicht gut lief (oder auch: „Wie bitte?“)

Kennt ihr das, wenn ihr glaubt, dass das verminderte Hörvermögen einfach nur „stark verschlagene Ohren“ sind? Ihr zum Hausarzt geht und nach einer Woche Antibiotika zumindest kurzzeitig eine leichte Verbesserung da ist? Man sich dann ein bisschen Nasenspray-abhängig macht, bis man schließlich im Sommer zu einer HNO-Ärztin geht? Und die einem dann erklärt, dass das nichts mit den Nebenhöhlen zu tun habe, sondern dass es sich hier um einen „Tieftonhörsturz“ handle. Man ein MR macht, damit ausgeschlossen werden kann, dass es sich um einen gutartigen Tumor im Ohrbereich handelt. Und ihr seit Monaten von einem Tinnitus begleitet werdet. Falls ja, dann tut es mir leid.

Ich habe also seit einem Jahr einen Tieftonhörsturz. Jetzt sagen sicher viele: „Was? Ein Hörsturz? So lange unbehandelt? Das wird doch nie wieder!“ Aber es wurde immer wieder besser, es war mehrere Male fast wie früher. Das gibt mir Hoffnung. Und so habe ich monatelang Kortison-Tabletten bekommen, war drei Mal im Krankenhaus, damit man mir Kortison mit einer Spritze hinters Trommelfell hineingibt. So wie aussieht, werden im Jänner erneut solche Krankenhaustermine anstehen.

Eigentlich hatte ich mir im September vorgenommen, bis Ende des Jahres wieder gesund zu werden. Aber was ich in diesem Jahr auch lernen musste: Hörstürze gehen selten einfach so weg. Auch nicht einfach so aufgrund der Kortisontherapie. Denn Hörstürze kommen von lauter Musik und übermäßigem Stress – und ich höre eigentlich nie laute Musik. Deswegen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, 2018 etwas ruhiger angehen zu lassen. Mehr auf mich zu schauen. Mich wieder etwas mehr zu spüren.

Die Chancen stehen mittel: in 33% der Fälle wird es wieder so gut wie vorher, in 33% der Fälle wird es zwar besser, aber nicht mehr so gut wie vorher und in 33% der Fälle bleibt der Verlust des Hörvermögens so wie es ist. Ich hoffe ja auf die ersten 66% – am schönsten wäre es ja zudem, wenn der Tinnitus endlich sein Pfeifen einstellen könnte. Aber ja: Ich entstresse mich, habe mir für 2018 auch kein irrsinnig großes Projekt vorgenommen (I’m looking at you, 365guteDinge!). Und hoffentlich wache ich dann einfach mal auf, weil sich mein linkes Ohr dazu entschlossen hat, wieder gut zu hören.

Aber falls ihr mich in den kommenden Wochen und Monaten seht: Habt bitte ein Nachsehen. Ich werde sehr oft nachfragen. Ich werde euch regelmäßig das rechte Ohr (also: Das gute Ohr!) hinhalten. Und wenn ich in einer größeren Gruppe bin und immer nur nicke oder lache, wenn die Leute um mich herum nicken oder lachen, dann bedeutet das: Leute, ich kann euch echt nicht folgen, mir ist es aber peinlich, 1.000 Mal nachzufragen. Sorry dafür.

2018, ich wünsche mir werde:

  • meinen Tieftonhörsturz besiegen
  • mehr Zeit zum kreativen Schreiben haben
  • in Literaturzeitschriften abgedruckt werden
  • Volle Distanz. Näher zu dir neu schreiben (Aufbau und Inhalt bleiben gleich, Sprache wird neu)
  • weiter Kilos abnehmen und mich wieder wohler fühlen
  • mehr Zeit für mich haben (und diese auch nur für mich nutzen – herrliches Nichtstun)
  • die Liebe meines Lebens finden (oder zumindest wieder einmal nach ihr suchen)

 

Gegenbewegung, Demokratisierung und Gutenberg – Meine Themenideen zum #mcvie 2017

So wie im vergangenen Jahr möchte ich mir mit diesem Beitrag schon vorab ein Ticket fürs mediencamp 2017 sichern. Deshalb meine drei gewagten Thesen bzw. langweiligen Themenvorschläge. #blogparade (Wenn du schnell bist – bis heute, 17.10. kann man noch mitmachen – alle Infos hier!)

Ich freu mich zwar schon auf Podcast-Sessions und irgendwas übers Bloggen – aber das wären so meine Themen, die mir jetzt gerade, durch den Kopf schwirren. (Und falls man sich fragt, welch verrückte Bilder ich da gewählt habe: Fürs Titelbild habe ich „Barcamp“ gesucht und für die folgenden Bilder etwas aus dem

1. Scheiß auf Influencer

Das kam auf der ersten Seite von Pixabay beim Suchbegriff „Influencer“

„Wenn ich mal groß bin, möcht ich Influencer sein!“ – Das große Modewort beschreibt eigentlich nur „Wenn das Geld stimmt, verkauf ich meine Seele auch an Monsanto!“-Menschen. Zahlreiche Männer und Frauen, Mädels und Jungs beginnen zu bloggen zu instagrammen mit dem Anfangsziel, nach einem Jahr so und so viel Geld verdient zu haben. Das macht das ganz klassische Nutzen von Blogs, Instagram, YouTube usw. viel weniger romantisch – oder anders gesagt: Scheiße.

Wir brauchen eine Gegenbewegung. Vertrauenswürdige Menschen, die das schon seit Jahren machen. Die aufzeigen, dass auch sie eine Meinung und eine „Leserschaft“ haben, aber das aus freien Stücken heraus und völlig unbezahlt machen.

2. Demokratisier mich!

Das kam auf der ersten Seite von Pixabay beim Suchbegriff „Demokratie“

Gerade nach der Wahl ist es wieder an der Zeit, den Menschen zu zeigen, dass sie etwas verändern können. Und da geht es nicht darum, eine Partei beizutreten – sondern im Kleinen. Im Grätzel, in der Gemeinde, im Bezirk. Viele Menschen wissen gar nicht, dass Gemeinderatssitzungen grundsätzlich öffentlich sind, sie wissen auch nicht, dass Protokolle davon online zu finden sind. Die meisten Menschen wissen somit auch gar nicht, wer was wann beschlossen hat. Und dass man sich da selber auch hätte einbringen können.

Und genau das ist – wie ich finde – das Problem: Politik agiert schon im Kleinsten unbemerkt von der Bevölkerung. Ist es die Schuld der Politik? Ja. Aber auch die Schuld der Bevölkerung? Ja, natürlich. Kann man daran etwas ändern? Ja! Und wie gesagt: Es sollte nicht parteipolitisch sein – die Mitmachdemokratie sollte überparteilich sein.

3. Gutenberg? Tell me more about it

Das kam auf der ersten Seite von Pixabay beim Suchbegriff „Gutenberg“

Gutenberg wird ja in naher Zukunft der neue Editor in WordPress. ch selber hab mir das Plugin schon runtergeladen und ein bisschen daran herumgespielt, aber mich würde interessieren, ob es da schon ExpertInnen gibt, die einen Einblick in die Möglichkeiten geben können.

3 mal 10 • September 2017

Zwölfter September, zehn Uhr: Es gibt wie gewohnt etwas verspätet wieder zehn (meiner Meinung nach) interessante Medienlinks. Mit Videos, Flüchtlingskrise und Fake News sowie einer Podcastempfehlung.

1. Ein „ganz offen gesagt“ gelungener Podcast

Auf einmal sprießen sie, die österreichischen Podcasts, die sich in ihrer Qualität immer mehr den gelungenen US-Projekten annähern. Nach Was soll das? von Patrick Swanson und Michael Mayrhofer und Doublecheck aus der Ö1-Redaktion wollen uns nun vier weitere, bekannte Gesichter akustisch den Weg in die Arbeit verkürzen. Julia Ortner (ehemals ORF, News), Eva Weissenberger (ehemals Kleine Zeitung, News), Veronika Dolna (ehemals Die Furche, aktuell News) und Sebastian Krause (ehemals Kleine Zeitung, News) haben in Kooperation mit neuwal.com mit „Ganz offen gesagt“ einen bewusst politischen Podcast gestartet. Ich habe einige Folgen bereits gehört und finde ich wunderbar unaufgeregt und recht flüssig. Komisch wirkte für mich am Anfang nur, dass die im Gespräch befindlichen Menschen transparent ihre Beziehung offenlegen und sich dann auch duzen. Aber das ist wohl natürlich: Nach Jahren in der Politikjournalismusbranche kennt man halt recht viele, ist mit ihnen privat per du und kann so auch freier erzählen. (Und es ist überhaupt falsch, dass Transparenz komisch wirkt, oder?)

2. Holt das kleine Latinum – Quo vadis veritas legt los

Quo vadis veritas wurde gleich bei der Ankündigung mit viel Unmut empfangen. Zugegeben – das Interview mit Dietrich Mateschitz in der Kleinen Zeitung war nicht die beste Werbung. Aber in den vergangenen Wochen und Monaten hat das Projekt zahlreiche großartige JournalistInnen an Bord geholt. Auf der Website beschreibt es sich so: „Sie agiert vollkommen unabhängig und verfolgt das Ziel, an der Wiederherstellung einer gemeinsamen Faktenbasis für eine qualifizierte politische Debatte zu arbeiten. Dieser rekonstruktive Journalismus nimmt nicht für sich in Anspruch, die Wahrheit gefunden zu haben, er bemüht sich aber, ihr mit den Mitteln von Recherche und Datenanalyse so nahe wie möglich zu kommen.“ Klingt spannend, oder? Am 8. September haben sie nun Addendum („das, was fehlt“) gestartet. Dort kann man sich bereits für den Newsletter und den WhatsApp-Newsletter (den man mit „Ave“ aktivieren muss) anmelden. So richtig losgehen wird es in Kürze.

3. Interview mit dem Herrn hinter dem Zwiebelmodell

Nachdem ich mich für meine Masterprüfung durch die ganzen Medien- und Journalismustheorien durchkämpfen musste, ist mir das Zwiebelmodell natürlich ein Begriff. Und es ist sogar (was bei vielen anderen Theorien nicht mehr zutrifft) von einem noch aktiven Kommunikationswissenschaftler entwickelt worden, nämlich von Siegfried Weischenberg. Der Standard hat mit ihm über Donald Trump, über QVV und Medienvielfalt gesprochen.

4. Fake News und Facebook

Evgeny Morozov, weißrussischer Publizist und Experte, spricht im ZAPP-Gespräch darüber, welche Macht wir mit unserer täglichen Nutzung den großen Technologiekonzernen wie Facebook geben – und wie diese mit unseren Daten arbeiten können. Und erklärt, dass es das Betriebsmodell von Facebook und ähnlichen Netzwerken ist, dass sich auch Fake News rasend verbreiten.

5. Der Vorteil von Mobile Journalism

Es gibt ja so Entwicklungen im Journalismus, von denen ich (noch) kein Fan bin. Mobile Journalism z.B. – also wenn mit dem Smartphone direkt vor Ort gedreht, interviewt und zum Teil auch geschnitten wird. (Zum Verständnis: Ich finde es etwas fragwürdig, wenn von JournalistInnen verlangt wird, plötzlich eine Arbeit zu erledigen, die zuvor von viel, viel mehr Menschen bewältigt werden musste.) Eine neue Studie zeigt aber, dass Mobile Journalism einen Vorteil hat: Man kommt näher an die Menschen ran. Im Gegensatz zu einem normalen TV-Team mit Kameramann/-frau und InterviewerIn und einem/r Smartphone-Journalisten/-in bleiben die Leute eher bei einem Menschen mit Smartphone stehen und beantworten eine Frage.

6. Why is bullshit so hard to de-bunk?

Carlos Maza fragt sich, warum immer noch so viele Menschen die Lügen von US-Präsident Donald J. Trump glauben, obwohl sie längst widerlegt sind. Wieder einmal ein gelungenes Vox-Video.

7. Lassen wir jugendliche Medienzweifler selber Medien machen!

Nach dem Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo wurde vielen LehrerInnen in Frankreich erstmals klar, dass es neben dem Fanatismus von Einzelnen noch ein weiteres Problem gibt: Das Zweifeln von vielen. Vor allem SchülerInnen aus den Banlieues zweifelten am Tathergang und zweifelten überhaupt am Wahrheitsgehalt der Medien. France Inter, der größte Sender der öffentlich-rechtlichen Anstalt Radio France, lässt deshalb Banlieue-SchülerInnen selber Reportagen machen. Und – man mag es kaum glauben: Es wirkt.

8. Die Flüchtlingskrise und die Medien – eine Studie

Der Medienwissenschaftler Michael Haller hat gemeinsam mit seinem Forschungsteam analysiert, wie, in welchem Umfang und mit welchem Tenor die Medien über die Flüchtlingskrise zwischen Februar 2015 und März 2016 berichtet wurde. Auch wenn nach der Veröffentlichung geschrieben wurde, dass die Medien „völlig versagt“ hätten, so sollte man sich die Studie noch einmal genauer ansehen.

Ein Medienbashing ist so aber aus der Studie nicht zu lesen. Vielmehr gelingt es Haller mit der Studie, für den allgemein festgestellten Vertrauensverlust zwischen Publikum und Medien (Stichwort „Lügenpresse“) eine Erklärung zu formulieren: Die ausgemachte Konformität der Medien mit ihrer Orientierung an den (politischen) Eliten und der teils bevormundende Tenor hätte in einer Phase unüberschaubar vieler Beiträge dazu geführt, dass eine selektive Wahrnehmung die Einstellungen der Leser prägte. Ein Fazit, was im Kontext der „Versagensdebatte“ beinahe untergeht. (Anna Carina Zappe, de.ejo-online.eu)

9. Wenn die schlechte Kampagne nicht aufgeht

Zum Abschluss noch kurz etwas aus der österreichischen Politik. Efgani Dönmez, ein ehemaliger Grüner und nunmehr ein Kandidat auf der Liste der ÖVP, hat meinen Namensvetter Tarek, dem Moderator der Sommergespräche vorgeworfen, er habe mit Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) ein Naheverhältnis, weil er mit ihm zwei Mal auf Urlaub gewesen sei. Einmal waren sie es wirklich, das war vor Jahren, als Kern noch kein politisches Amt innehatte. Der zweite Urlaub solle hingegen passiert sein, als Kern bereits Kanzler gewesen sei – nach Marokko.

Das ist eine Lüge. Und auch wenn Dönmez immer noch dran festhält, wehrt sich der ORF und Leitner nun per Anwalt gegen die Verbreitung von Unwahrheiten. Obwohl sie eine Lüge sind, haben die Beschuldigungen aber vermutlich bereits genug Schaden angerichtet. Respekt, was man alles im Wahlkampf opfert.

10. Meine drei Lieblings-Medientweets des Monats

Die kleine Gemeinde Pinsdorf auf Facebook

Ich verrate euch ein Geheimnis: Ich war nicht schon immer dieses Wiener Original – die meiste Zeit meines Lebens verbrachte ich in einer kleinen Gemeinde in Oberösterreich namens Pinsdorf. Mit rund 3.800 Einwohnern vielleicht nicht die Weltmetropole, aber ein schönes Plätzchen zum Heranwachsen. Vor sieben Jahren habe ich schließlich begonnen, eine Facebook-Seite zu betreiben – mit Erfolg. Ein kleiner Einblick.

→ weiterlesen

Ein gefaktes Wochenende #ajt17

Von 21. bis 23. Juli 2017 war ich wieder einmal in Anif. Die (meine) FH Wien der WKW veranstaltete in Kooperation mit der Tabakfirma JTI Austria die 4. Anifer Journalismustage. Diesmal zum Thema: „Journalistische Glaubwürdigkeit zwischen alternativen Fakten und Fake News“

Alles Fake!

Das Thema lag eigentlich wunderbar auf der Hand, aber in Wahrheit beinhaltet der Titel inkl. Untertitel mindestens drei Themen. Man könnte jeweils drei Tage über „Journalistische Glaubwürdigkeit“, über „Fake News“ und über „Alles Lüge?“ (Lügenpresse) diskutieren.

Eingeladen wurden dafür einerseits Hans-Jörg Vehlewald (Chefreporter Politik der BILD Zeitung) für die Keynote und andererseits die beiden jungen JournalistInnen Alexandra Rojkov (freie Journalistin) und Patrick Swanson (Leiter des „Zeit im Bild“-Social Media Teams für die Leitung des Workshops.

Das Wichtigste war, bereits von Anfang an klarzustellen, dass wir Fake News erst einmal richtig definieren müssen: Denn eine Falschmeldung, ein journalistischer Fehler, ist nicht Fake News. Da geht es um bewusstes Verdrehen von Tatsachen, falscher Interpretation oder vollkommen falschen Inhalten.  Der Tweet von Spangenberg zeigt die 7 Typen – wer sie auf Deutsch lesen möchte: hier entlang.

Mein Zugang: Alles übertrieben

Ich war ja fast so etwas wie ein Rebell: Ich fand, dass die Angst vor dem Verlust der Glaubwürdigkeit maßlos übertrieben … und auch der Kampf gegen richtige Fake News deutlich übertrieben sei. Wenn man nach gelernter journalistischer Ethik, nach bestem Wissen und Gewissen arbeitet und auch transparent seine Recherchewege sichtbar macht, braucht sich um die Glaubwürdigkeit meiner Meinung nach keine Sorgen mehr machen. Und Menschen, die Fake News verbreiten, also wirkliche Fake News, die kann man nicht mit „Real News“ bekehren – die posten solche Dinge, so denke ich, obwohl sie selber wissen, dass sie so nicht stimmen können. Aber diese „Nachrichten“ machen Stimmung, und genau das ist es, was sie wollen.

Zugegeben: Auch nach drei Tagen Diskussion bin ich nicht umgestimmt worden: Aber die Diskussion mir Rojkov, Swanson und uns fünfzehn TeilnehmerInnen hat mich wieder einmal mehr als angeregt. Nach so einem Wochenende fahre ich immer mit ganz viel Ideen und Gedanken im Kopf nach Hause und muss diese erst ordnen. Und manchmal, ein halbes Jahr später, kommt sogar ein eigenes Projekt dabei heraus. Ein Projekt zum aktuellen Thema habe ich zwar noch nicht im Kopf, aber ich hab zumindest gelernt, dass man nicht alles nur Schwarz oder Weiß zu sehen. Zumindest bei dem Thema Glaubwürdigkeit und Fake News.

Der Umgang mit Fake

Swanson hat uns anhand von Best- bis Nicht-ganz-Best-Practice-Beispielen gezeigt, wie Faktenchecks (hier in Form von Videos) aufgebaut werden sollen. Dabei gilt: Nicht versuchen, die ganze Welt zu erklären (oder richtigzustellen), sondern einen kleinen überschaubaren Teil – und dabei die Fake News nicht zu viel Beachtung (bzw. Sendezeit) geben. Rojkov ermöglichte uns eine Skypekonferenz mit einer dpa-Journalistin in New York. Diese erzählte uns, wie die Reaktion zu Trumps Wahlsieg war und wie sich der Journalismus in den vergangenen sieben Monaten seiner Amtszeit verändert hat. Allesamt: Hochspannend!

Geliebt habe ich natürlich die ganzen Diskussionen. Auch wenn das Thema für die kommenden Anifer Journalismustage noch nicht feststeht – am liebsten würde ich mich jetzt schon wieder bewerben. Weil unter mehr als einem Dutzend Gleichgesinnter zu sein, die auch wirklich Lust drauf haben, drei Tage über Medien zu reden, viel zu essen und auch zu trinken und Spaß zu haben – das ist wirklich wunderbar und hab ich leider viel zu selten.

Links und Empfehlungen:

Transparenz:

Die Anifer Journalismustage werden seit vier Jahren vom Journalismus-Institut der FHWien (der WKW) veranstaltet. Die umfangreichen Rahmenbedingungen finanziert dabei JTI (Japan Tobacco International): Zwei Nächte in einem Vier-Sterne-Hotel mit Rundumversorgung und Eintritt zur Jedermann-Premiere werden dabei vom Tabakunternehmen übernommen, die Teilnehmer tragen einen Selbstbehalt von 100 Euro. Ich habe in diesem Jahr freiwillig auf die Jedermann-Karte verzichtet. Einfluss auf die Workshops hat JTI hingegen natürlich nicht. Einfluss auf mich ebenfalls (immer noch) nicht: Ich bin Raucher, sehe es als Suchtmittel und finde, dass das Rauchen noch viel stärker reguliert gehört.